Peter Lucas und Martin Atcherley aus Ostercappeln erläutern Elke Eilers, Anna Kebschull und Karl Koopmann, dass die Mehrheit des Gemeinderates die Streuobstwiese unterhalb des Ostercappelner Krankenhauses zugunsten eines zentralen Omnibus-Bahnhofs zerstören will, obwohl es in Leckermühle die Möglichkeit der direkten Verknüpfung von Bus und Bahn geben wird.

Ein Tag mit Anna Kebschull im Wittlager Land

Die Ortsverbände von Bündnis 90/Die Grünen im Wittlager Land thematisierten mit der Landratskandidatin der Grünen, Anna Kebschull am 16.05.2019 die lokale Politik. Mit einer „vor-Ort“-Analyse wurde deutlich, welche Auswirkungen die Entscheidungen kommunaler Politik für die Bürgerinnen und Bürger haben werden. Der Landratskandidatin wurden kritische und optimistische Entwicklungen vorgestellt:

Die Gemeinde Ostercappeln will den alten Streuobstgarten vor dem St.-Raphael Krankenhaus als Naturraum zerstören und dort einen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) bauen. In Leckermühle hat die Deutsche Bahn angekündigt einen neuen Bahnhalt für Ostercappeln zu installieren. Anna Kebschull fragte kritisch nach, ob es sinnvoll ist, den ZOB aus Leckermühle ans Krankenhaus zu verlegen. Peter Lucas, Grünes Mitglied im Rat der Gemeinde Ostercappeln erläuterte, dass die kritischen Argumente der Grünen gegen den ZOB am Krankenhaus in Ostercappeln nicht gehört würden. Natürlich sei es besser, alle öffentlichen Mobilitätsangebote an einem Ort zu bündeln. Hierfür sei Leckermühle besonders geeignet. Beim Ortstermin in Leckermühle erläuterte die Landratskandidatin noch einmal ihr Konzept zur kostenlosen und umfassenden Mobilität mit öffentlichen Verkehrsmitteln im ganzen Landkreis Osnabrück. Zentrale Mobilitätsstationen einer Region wie in Leckermühle sind dabei besonders wichtige Bausteine.

Und plötzlich endet der Fahrradweg: An einer der gefährlichsten Abbiegungen in Bohmte haben es Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen in Bohmte besonders schwer, obwohl es mit einem Kreisverkehr mit Fußgänger- und Fahrrad-Überquerungshilfen an dieser Stelle eine gute Lösung gäbe.

Der LKW Verkehr in der Region des Wittlager Landes hat weiter zugenommen. Besonders leidet die Gemeinde Bohmte seit Jahren an den Durchfahrten der schweren LKW durch den Ort. Die zukünftige belastende Entwicklung für die Bürger*innen und Geschäftsinhaber*innen in Bohmte wurde allen Beteiligten beim Ortstermin in Stirpe Öhlingen deutlich. Der weiträumige Flächenverbrauch landwirtschaftlicher Flächen für den Containerhafen in Leckermühle lässt erahnen, wie viele LKW Fahrten täglich diesen Wirtschaftsbetrieb anlaufen werden. Auch hier stellt sich die Frage nach dem fehlenden Verkehrskonzept. Eine Trimodalität, d.h. die Einbeziehung der Bahn als Verkehrsmittel, wurde bei den Ratsbeschlüssen zur Entwicklung der Hafengesellschaft im Jahr 2010 zwar vorgestellt, aber nicht weiterverfolgt. Insgesamt stellt sich die Frage, ob der Hafen wirtschaftlich betrieben werden kann. Dem jetzigen Landrat kommt bei dieser negativen Entwicklung eine entscheidende Rolle zu. Seit seinem Amtsantritt ist er fest überzeugt, dass der Hafen ein Erfolgsmodell wird. Dies betonte Michael Lübbersmann auch am Montag den 13.05.2019 bei einer Podiumsdiskussion in Bad Essen.
In Bohmte überzeugten sich die Mitglieder der drei Grünen Ortsverbände im Wittlager Land von der gefährlichen Verkehrssituation für Fußgänger und Radfahrer rund um den Bahnhof in Richtung Bad Essen und B51. Angesichts der äußerst schwierigen Lage dort und der Verantwortung des Landkreises Osnabrück für seinen Straßenanteil wurde Anna Kebschull von Karl Koppmann, Sprecher des Ortsverbandes der Grünen in Bohmte und Ratsmitglied gebeten, sich als Landrätin für eine bauliche Lösung des Problems einzusetzen.

Gute Entwicklungen im Wittlager Land verbinden sich vor allem mit den touristischen Zielen. Im Hotel-Restaurant Gieseke Asshorn konnte die Gruppe erschmecken, was es ausmacht, wenn regionale Produkte zu schmackhaften Gerichten wie der Kartoffelplate angerichtet werden. Dabei ist es keinesfalls selbstverständlich, dass junge Menschen nach ihrer Ausbildungszeit im Ausland zurückehren und den Betrieb der Eltern übernehmen. Im Hause Asshorn ist dies gelungen. Die überregionalen Erfahrungen von Herrn Hennig Asshorn fließen dabei nicht nur in die kreativen geschmackvollen Speisen ein, sondern auch in sein Engagement für die Idee des weltweit fairen Handels.  Eckhard Eilers aus Bad Essen stellte Anna Kebschull insgesamt den Prozess zur Entwicklung der Fairtrade-Region Wittlager Land am Beispiel der Fair Trade Gemeinde Bad Essen vor.

Verpackung von Frischeprodukten geht auch anders: Andreas Lampe vom gleichnamigen Edeka-Markt stellt Anna Kebschull neuartige Schalen für Gemüse und Obst aus Pflanzenfasern vor, die mit Ausnahme des Deckels vollständig kompostierbar sind.

Ein Besuch im Edeka-Markt Lampe in Lintorf verdeutlichte, welche Möglichkeiten Supermarktketten haben, um dem Bürger Produkte anzubieten, die fair, regional und ökologisch erzeugt sind. Die Vielfalt der Produkte und das Engagement der Menschen in der Region ist inzwischen beeindruckend groß. Dass diese Ziele auch in der Erhaltung von Bausubstanz umsetzbar sind, wurde Anna Kebschull durch Lea Kormeyer, Besitzerin der alten Apotheke, bei der Besichtigung des beeindruckenden Gebäudes in der Mitte Bad Essens erläutert.

So einladend kann ein Altbau wie die Alte Apotheke gestaltet werden: Lea Kormeyer und Olaf Purbs erklären Anna Kebschull die Grundlagen nachhaltigen und ökologischen Renovierens.

Der Reisetag von Anna Kebschull im Wittlager Land endete am Abend mit einer Jugendbegegnung im TRIO Bad Essen. Hier hatten Jugendliche der Region die Möglichkeit, die Landratskandidatin zu befragen. Den erfrischenden Abend fasste Anna so zusammen: „Die jungen Menschen haben konkrete Vorstellungen von ihrer zukünftigen Lebensqualität. Die Mobilität hat dabei eine deutlich hohe Wertigkeit. Sie hat Einfluss auf die Entscheidung der jungen Menschen unseres Landkreises, zu gehen, zu bleiben oder zurückkehren“. Die Jugendlichen in Bad Essen machten deutlich, dass sie gerne auf dem Land wohnen, hier gerne arbeiten und dass sie auch ihre Freizeit attraktiv gestalten können. Die Erreichbarkeit ihrer Freunde, Arbeitsplätze und Freizeitziele sei dabei aber von entscheidender Bedeutung. Anna Kebschull erklärte, das die Sicht der jungen Erwachsenen im Trio deutlich mache, wie wichtig der öffentliche Nahverkehr zur Erlangung der Unabhängigkeit von den Eltern oder zum Ausgleich eines geringen Einkommens (nicht jede*r kann sich ein Auto leisten) ist. Ein kostengünstiger und breit ausgebauten öffentlicher Nahverkehr ist auch eine Frage der sozialen Struktur einer Region.

Im gemeinsamen Gespräch mit Bürgermeister Timo Nathemeyer in Bad Essen war es möglich, die notwendige transparente und partizipative Zusammenarbeit des Landkreises mit dem Kommunen zu konkretisieren.  Um Ziele wie den besseren ÖPNV realisieren zu können und Fehlentwicklungen wie den zunehmenden Schwerlastverkehr der Region entgegenzuwirken, braucht es Vertrauen, Verlässlichkeit und Transparenz zwischen der Politik und den Bürger*innen.

Die Grünen vor Ort freuen sich auf eine Landrätin Anna Kebschull und Ihre Umsetzung der Klimaziele im Sinne einer erhaltenden und neuen Lebensqualität im Wittlager Land.

Elke Eilers

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